Seit 2004/9 beschäftige ich mich  mit dem Thema traumatischer Kurverschickungen.

2004 schrieb ich unter dem Titel: „Tante Anneliese“ in der Literaturzeitschrift „Risse“ (Heft 13, S.47/2004) einen literarischen Beitrag zu meinen traumatischen Erinnerungen an eine der Tanten mit Namen: Tante Anneliese. Im Sommer 2009 habe ich einen weiteren Text zu diesem Thema in der Zeitung junge welt veröffentlicht (9.9.2009, S.13). Daraufhin bekam ich Hunderte von Zuschriften mit bestätigenden Berichten. Seitdem haben sich weitere Berichte von Betroffenenberichten als Kommentare auf meiner Seite angesammelt, zu denen ich seit 2016 Kontakt suchte. Im Sommer 2019 bekam ich eine Bundes-Drucksache in die Hände, aus der hervorgeht, dass es 839 solcher Kindererholungsheime und -heilstätten gab, mit ca. 57.000 Betten Kapazität, die 6-wöchig neu belegt wurden. Später fanden wir in einem historischen Buch von 1964, 1143 solcher Heime aufgelistet. Nach neusten Erkenntnissen sind es wahrscheinlich noch um 20 % mehr.

Ich habe mit Mitstreitern 2019 am 2.11.19 den Verein „Aufarbeitung und Erforschung Kinderverschickung e.V.“ gegründet (Berlin Charlottenburg, Amtsgericht 2.7.20) und anschließend auf Sylt einen ersten Kongress zum Thema organisiert, mit 80 Betroffenen haben wir dort die bundesweit aufgestellte „Initiative Verschickungskinder“ ins Leben gerufen, sowie dem Forschungs-Verein AEKV e.V. einen Auftrag zur Aufarbeitung in Form der Sylter Erklärung gegeben. Weitere WissenschaftlerInnen haben sich uns angeschlossen. Auch ein historisches Buch haben wir gefunden, in dem deutlich wurde, dass die angewandten pädagogischen Methoden systematisch Grausamkeit und Kälte propagierten.  Politiker aller Länder haben inzwischen das Leid der Verschickungskinder anerkannt.

Erste Träger haben mit Entschuldigungen reagiert. Das reicht aber nicht! Wir brauchen Unterstützung bei der persönlichen und öffentlichen Aufarbeitung! Die muss von Trägern und Politik in Bund und Ländern gleichermaßen geleistet werden. Dafür setzt sich die „ Initiative Verschickungskinder“ ein, die sich im November 2019 auf Sylt gegründet hat. Dieser Erfolg ist der unermüdlichen Arbeit vieler Betroffener zu verdanken. Danke an all diese Menschen!!!

Ein zweiter Kongress hat coronabedingt am 21.11.20 erfolgreich, als Videokonferenz mit über 150 Interessierten stattgefunden. Erste Recherchen liegen jetzt vor. Kongressbeiträge beider Kongresse können bei mir angefordert werden, auch hier. Der dritte Kongress hat auf Borkum im November 2021 erfolgreich stattgefunden.

Dem Verein Aufarbeitung und Erforschung Kinderverschickung (AEKV e.V.) wurden über die Webseite: www.verschickungsheime.de  (Stand Dezember 2020) und über den anonymen FRAGEBOGEN, der im Nexus-institut gehostet ist, mehr als 6000 Berichte mit traumatischen Erinnerungen zugeschickt.

Noch nie hat ein Sozialwissenschaftler sich dieses Themas angenommen, in keiner Universität wurde bisher zu diesem Thema geforscht. Auf der Webseite: www.verschickungsheime.de bündeln wir inzwischen dazu alle Informationen.

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Vorträge zum Thema „Das Elend der Verschickungskinder“ helfen mit weitere Betroffene aufzurütteln:  In Volkshochschulen, Fachhochschulen, Fachschulen und Universitäten. (Ab Januar 2021). Zu buchen unter: anjairinaroehl@gmail.com

Webseite der Bundes-Initiative Verschickungskinder“: www.verschickungsheime.de

In den 50-90er Jahren wurden insgesamt ca. 8 – 12 Millionen Kinder aus der BRD und Westberlin, für 6-12 Wochen allein, ohne ihre Eltern, in Kinderheilstätten weit entfernter Kurorte der See, der Mittel- und Hochgebirge “verschickt“, in nächtlichen “Sonderkinderzügen“, bevorzugt vor dem Schuleintritt, im Alter von 4-6 Jahren. Dies geschah in Verantwortung der kinderärztlichen Gesundheitsinstitutionen, die das Ganze als heilsame Klimatherapie für Großstadtkinder propagierten. Weiterlesen demnächst hier: https://www.psychosozial-verlag.de/3053

Buchveröffentlichung:  hier

In früheren Jahren:

Von 1999 bis 2018: Hauptberuflich: Dozentin für Heilpädagogik, Deutsch-, Kunst und Krankenpflege. Nebenberuflich: Autorin (Theaterkritiken) und Lehrbeauftragte an der ASF Berlin und der evangelischen Fachhochschule Hannover im FB Heilpädagogik. Hauptberuflich zuerst an der Heilpädagogischen Fachschule (Korzcakschule) in Fürstenwalde (99-03), dann in gleicher Fächerkombination an der Beruflichen Schule Stralsund, Bereich Heilerziehungspflege und Heilpädagogik(03-10) danach wieder zurück an die Korzcakschule, dort in zahlreichen Lernfeldern und Biologie ununterbrochen tätig bis 2018.

Von 1992-1998: Arbeit als Dozentin der VHS-Charlottenburg, Lehrbeauftragte an der Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin und Referendarin an der Schule an der Windmühle Neukölln.

1986 bis 1998: Arbeit als Autorin und Aktivistin: KUM – Zeitschrift Umwelt und Kind.

Von 1982 bis 1992: Studium (Germanistik, Kunst, Sonderpädagogik), Familienphase mit drei Kindern, und Arbeit als examinierte Krankenschwester, Kriseninterventionszentrum Urbankrankenhaus.

Von 1974 bis 1982: Examinierte Krankenschwester, u.a. Kriseninterventionszentrum Urbankrankenhaus in Berlin

Von 1962 bis 1973: Schülerin in Hamburg